MetalGlory - Feb 09
In der Ende 2005 komplettierten Formation BROTHER LOVE KAIN wirken mitnichten unerfahrene Grünschnäbel mit. Alle Mitglieder haben bereits einschlägige musikalische Erfahrung, so waren z. B. Gitarrist/Sänger Sascha und Gitarrist Marius als Teil der Band Morbus schon mit Acts wie Crowbar oder Edge Of Sanity auf einer Bühne zu sehen. Als BROTHER LOVE KAIN muckten sie schon mit Debauchery, Orange Goblin und Totenmond.

Und eben erwähnte Crowbar und Totenmond scheinen es den Jungs ein gutes Stück angetan zu haben, denn auch sie widmen sich tonnenschweren, freudlosen Songs, durch die sich tiefer gestimmte Klampfen fräsen.

Die Musik ist so finster, dass sie einen quälend-schönen und bittersüßen Seelenschmerz heraufbeschwört, dazu kombiniert die Band die alles niederwalzende Härte des Slow-Motion Death Metals. Hin und wieder wird die Schlagzahl ein wenig erhöht und driftet leicht in Core-Gefilde ab, aber stets schwebt ein bedrohlicher Schatten über den Songs, der sie weiter in den tieftraurigen Abgrund zieht. Zu den durch grollende Gitarren erzeugten, bisweilen minimalistischen Melodien kommt noch der eindringlich growlende Gesang. Ein Bollwerk gegen Jubel, Trubel, Heiterkeit, packend in Szene gesetzt und zäh wie Morast. Nur selten werden die schleppenden, doomigen Passagen des imposant massiven Gesamtwerkes zu anstrengend.

Sehr interessant ist auch, dass BROTHER LOVE KAIN sich an deutsche Texte bzw. Fragmente trauen, die das erschreckend trostlose Gesamtbild genauso transportieren können wie die Musik. Zum Beispiel handelt das geniale „Der Herr Trägt Schwarz“ von der unglaublichen Dekadenz der Menschen, der sogar der Schöpfer selbst nichts mehr entgegenzusetzen hat. Bei den Instrumentalstücken „Kain“ und „Abel“ lässt das Quartett wiederum die schwermütige Musik für sich sprechen.

Am Ende werden nach einer fast zweiminütigen Pause noch zwei Tracks hinterhergeschoben: „In Da Laundry (WA 535 CE)“ zeigt, dass die Jungs auch amtlich und mit einem Augenzwinkern rocken können. Bei „Trink Den Wein“ werden die Instrumente ungewöhnlich schnell beackert und der hasserfüllte Moloch aus den früheren Songs sucht den Hörer ein letztes Mal heim.

Fazit: BROTHER LOVE KAIN nehmen uns mit auf eine düstere Reise zu den tiefsten Abgründen und lassen uns den kräftezehrenden und entbehrungsreichen Gang nach Canossa antreten. Ein pechschwarzes und erdrückendes Album. Irre!
Arne